1. Ein letztes Mal

    Oktober 9, 2011 by Jana

    Die letzten zwei Tage sind fast rum, in gut 12 Stunden werde ich vom Trondheimer Flughafen Richtung Heimat abheben.

    Wir haben uns wie geplant noch den Nidarosdomen angesehen und sind sogar bis zur Orgelmeditation geblieben. Und um die letzten Sonnenstrahlen am Samstag nicht ungenutzt zu lassen, ging es auch nochmal nach Moholt zu meiner alten WG. Natürlich zu Fuß um sich auch gebührend von den Bergen zu verabschieden. Das Wiedersehen und der Abschied waren wirklich sehr herzlich und schön, inklusive Abschiedsgeschenk von Shinae. Wirklich wundervoll!

    Hier ist es inzwischen wirklich kalt geworden und wir haben tatsächlich auch schon Schnee gesehen und ansonsten regnet es viel. Ein guter Plan also die letzten etwas wärmeren Herbsttage in Berlin zu nutzen. Außerdem habe ich keine ordentlichen Schuhe mehr.

    Bleiben noch ein paar abschließende Fragen zu klären: Wie haben die hier Berge nebens Wasser gebaut? Wie schaffen die Norweger es immer so nett und gut gelaunt zu sein? Wie komme sie mit den Fahrrädern die Berge hoch? Und warum gibt es hier kein Sprühdeo?



  2. All good things come to an end

    Oktober 7, 2011 by Jana

    So wie mein Aufenthalt im schönen Norwegen. Aber noch haben wir zwei Tage und die Zeit wird genutzt um ein weiteres Mal wenigstens kurz von tollen Erlebnissen hier zu berichten.

    Wir sind weiter auf Museumstour gewesen. Zuerst ging es in Trøndelag Folketmuseet. Ähnlich wie auch die vielen Volksmuseen in Deutschland zeigt es das Leben der Menschen in früheren Zeiten. In einer Innenausstellung sind die Lebensphasen von Geburt bis zum Tod ausgestellt. Die Außenausstellung mit alten Häusern, Höfen und Kirchen ist in der Landschaft Trondheims sehr beeindruckend, nicht zuletzt wegen der Architektur.

    Am nächsten Tag ging es gleich weiter in das Ringve-Museum. Ein Musikmuseum mit einer großen Ausstellung alter Musikinstrumente aus aller Welt. Wirklich toll! Mit Audioguide (den es kostenlos gibt) zudem noch sehr interessant. Außerdem war an dem Tag auch die Restaurationswerkstatt offen. Wir wurden von einem sehr engagierten und netten Mitarbeiter herumgeführt und haben viele Information darüber bekommen. Danach sind wir noch einmal an den Strand, der lag auf den Weg. Nach langer Überredung hatte ich meine Mama denn auch dazu gebracht, mit mir auch einen Berg zu steigen. Die Aussicht war natürlich wundervoll und der Aufwand wurde ausreichend entschädigt.

    Die letzte Woche war nochmal ereignisreich. Neben vielen kleinen Stadtrundgängen und Einkäufen wurde die UKA 11 (Musikfestival) eröffnet. Wir waren beim „Promenadekonsert“ (Eröffnungsfeier). Aufmerksam gemacht hat uns Alex der im Orchester mitspielt. Es war ein super Abend mit einer unterhaltsamen Moderation, lustigen betrunkenen Norwegern (die mit meine Mama flirteten und mit zunehmendem Pegel immer besser deutsch sprachen) und einem tollen Orchester und Chor. Außerdem stiegen wir eine weiteres Mal auf zu Kristiansten Festning und sahen ein wirklich unglaubliches Wetterspiel. Nachdem wir den Regen untergestellt abgewartet haben, konnten wir von oben beobachten, wie er weiter über Trondheim zog während auf der anderen Seite strahlender Sonnenschein war.

    Die nächsten Tage steht noch die letzte Pflichtveranstaltung hier in Trondheim an: Der Besuch des Nidarosdoms und auch ein Orgelkonzert im selben. Ein schöner Abschluss für eine tolle Zeit hier. Ein Bericht wird folgen.


  3. Dinner for…

    Oktober 1, 2011 by Jana

    …one. Wie langweilig! Die norwegische Studentenorganisation macht das hier für 130.

    Darunter befand sich auch eine deutsche Medizinstudentin aus Berlin, also ich. So ging es mit Reisebussen und vielen weiteren Studenten auf nach Bymarka. Dort irgendwo im nirgendwo in der freien Natur Norwegens auf einem Berg liegt die „Studenterhytta“, die der Sportorganisation der NTNU gehört, für Studentenausflüge dient und im Winter für die Zeit nach dem Skifahren genutzt wird. Oben angekommen, gab es für alle die wollten eine Hicking-Tour um noch höher zu steigen, als wir sowieso schon waren. Der Weg dorthin war steinig, rutschig und vor allem nass aber er lohnte sich in jedem Fall. Die Aussicht war grandios. Ein einmaliger Ausblick auf den Fjord, das Spiel des Wetters und die Natur von oben. Wirklich großartig!

    Irgendwann kamen wir aber auch wieder unten an um endlich das wohlverdiente Dinner zu bekommen, denn Bergluft macht wirklich hungrig. Es gab norwegischen Lachs und diverse Beilagen und hinterher nette Gespräche und Spiele bis zur Abreise. Ein schöner Abend mit vielen unvergesslichen Erinnerungen.

    Die Woche endete denn mit weiteren kleineren Erledigungen. Noch einmal Wäsche machen und Einkaufen für meinen Abschied mit Kuchen und Tee. Am Montag gab es dann drei Kuchen, viele Kekse und Tee für viele nette Menschen, die ich in Moholt kennen gelernt habe und von denen ich mich gerne verabschieden wollte. Denn am nächsten Tag musste ich schon meine Sachen zusammen packen um am Mittwoch in einem sehr nassen Umzug in die Ferienwohnung mit meiner Mama umzusiedeln. Sehr groß, mit frischer Bettwäsche und einer Badewanne. Die wurde auch noch am gleichen Abend gnadenlos ausgenutzt.

    In den nächsten Tagen tätigten wir einen Einkauf im SiT-Unishop, mehrere kleinere Stadtrundgängen, eine seltsame Zimmerübergabe in Moholt und den Besuch des wohl coolsten Museums hier in Trondheim.

    Freitag Abend gingen wir ins Rockheim. Zu dritt (Mama, Alex und ich) enterten wir die Welt der norwegischen Rockgeschichte. Hier gab es viel zum Anhören, Anfassen und Bespielen, inklusive Touchpads (die man durchaus auch überfordern konnte). Also ein toller Ort für Musikliebhaber und Spielkinder.  


     

     

     

     

     

     


  4. Universität, noch mehr deutsche Geschichte und Skelette in der Bibliothek

    September 21, 2011 by Jana

    Halbzeit vorbei, wir nähern uns (leider, leider, leider!!!) dem Ende. Aber noch ist ein bißchen Zeit und es gibt auch weiter viel zu sehen.

    In der letzten Zeit habe ich mir zunächst mal die Universität hier genauer angesehen. In der Medizinischen Fakultät war ich als allererstes bereits. Fehlten also noch die Universität in Gløshaugen mit dem Hauptgebäude, sowie Dragvoll.

    Ich bin zunächst, wegen der Nähe zu St. Olavs (natürlich bergauf) zur Uni Gløshaugen gelaufen und habe mir natürlich erstmal das Hauptgebäude (was auch Harry Potter Building genannt wird) angeschaut. Ein altehrwürdiges und sehr schönes Haus, außen sowie innen. Die Bibliothek ist sehr gemütlich und ich hatte während meiner Erkundungstour zeitweise stark das Gefühl eher in einer Ausstellung als einer Universität gelandet zu sein. In die Seminar- und Vorlesungsräume konnte ich leider nur einmal einen sehr kurzen Blick werfen. In einem weiteren Gebäude auf dem Campus Gløshaugen gab es, vom eigenen Flair des Innenlebens mal abgesehen, Pflanzen im Gebäude. Und ich meine keine einzelnen Topfpflanzen (s. Bilder). Der größte Trakt in der Mitte des Campus ist denn doch eher funktionell aufgebaut.

    Der Campus Dragvoll sieht von außen eher unscheinbar aus. Das Innenleben ist da aber auch geprägt von seinem eigenen Charme und vielen Grünpflanzen. Eigentlich wollte ich dort nur den Uni-Shop besuchen, bin denn aber doch mal durchgelaufen.

    Wie wir bei unserem Besuch auf der Insel Munkholmen erfahren haben, gibt es in Trondheim noch weitere Reliquien aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. Im Industriegebiet es Hafens stehen zwei deutsche Bunker, zu denen wir auch einmal gelaufen sind. Einer der beiden wird mittlerweile genutzt, unter anderem von der Universität als Archiv für alte Bücher, da das Klima im Bunker gut dafür geeignet ist. Der zweite Bunker wurde nie fertig gestellt und steht als Betonklotz weitgehend ungenutzt in der Landschaft herum.

    Auf einem meiner Wege durch die Stadt kam ich auch an einem Gebäude vorbei, was ich mir ansehen wollte, es bis dato aber nicht gefunden hatte. Es handelt sich dabei um die Volksbibliothek in Trondheim. Sie steht auf der Stelle auf der früher die Olav-Kirche stand. In einem kleinen Teil wurden archäologische Ausgrabungen gemacht. Dabei fand man unzerstörte Gräber mit Skeletten. Vier davon sind heute in der Volksbibliothek ausgestellt.

    Am Wochenende wollte ich mir denn gerne das Norwegische Gehörlosen Museum ansehen. Eine Begleitung fand sich ebenso und so machte ich mich mit Shinae (Südkoreanerin) auf den Weg dahin. Aus Gründen, die wir beide nicht kennen, waren trotz offizieller Öffnung alle Türen zu und auch nach Probieren aller Klingeln machte uns keiner auf. Aber es gab denn doch eine Ausweichmöglichkeit. Das NTNU-Naturwissenschaftsmuseum hatte geöffnet und war für Studenten der Universität sogar kostenlos. Im Inneren findet man viele Ausstellungsstücke von Tieren, Interessantes über die Flora und Fauna in Norwegen und sehr viele alte Fundstücke. Zudem ist das Museum auch sehr für die kleinen Besucher ausgelegt und bietet viel tolles zum Ansehen und Anfassen und Mitmachen.

    Zuletzt hat es mich denn noch zu IKEA verschlagen. Was soll ich sagen? Auch in Trondheim ist IKEA blau-gelb und sehr groß. Beim Betreten dachte ich kurz, ich bin in Berlin-Tempelhof und auch die Köttbulla sind genauso lecker. 


  5. Arbeid i Norge

    September 14, 2011 by Jana

    Damit komme ich einmal zum offiziellen Hauptgrund für meine Besuch in Trondheim: Einen Teil meines PJs hier zu absolvieren und im Krankenhaus zu arbeiten und zu lernen.

    Wie die meisten sicher mitbekommen haben, bin ich in der chirurgischen Abteilung, genauer in der Bauchchirurgie. In Trondheim gibt es (wie fast überall in Norwegen) ausreichend Ärzte und Schwestern für jede Station. Das macht sich auch in der Stimmung im Krankenhaus bemerkbar. Es ist sehr entspannt und gibt wenig Stress. Das Gegenstück zu PJlern in deutschen Krankenhäusern sind hier die sogenannten Turnusärzte. Kurze Erklärung: In Norwegen entscheidet man sich nicht direkt nach dem Studium, in welche Fachrichtung man gehen möchte. Man ist zunächst 1 ½ Jahre Turnusarzt. In dieser Zeit macht man ½ Jahr Innere Medizin, ½ Jahr Chirurgie und ½ Jahr Allgemeinmedizin (ähnliche Struktur wie unser PJ, nur länger). Sie nehmen Patienten auf, schreiben Krankenverläufe auf und übernehmen die präoperative Sprechstunde mit Befragung und Untersuchung der Patienten.

    Aufgrund dieser Konstellation, der doch vorhandenen Sprachschwierigkeiten und der Tatsache, dass ich ohne norwegische Personalnummer keinen Computerzugang bekommen kann, habe ich keine festen Aufgaben. Für mich heißt das, dass ich meine Zeit dort frei gestalten kann. Mich persönlich stört das wenig, ich kenne das schon aus der vorangegangenen PJ-Zeit. Da ich aber das Bestreben habe, soviel wie möglich mitzunehmen, versuche ich mir möglichst viel verschiedenes anzusehen.

    Der Anfang war trotz allem schon etwas schwierig. Ich habe fast kein Wort verstanden. Aber ich hatte Glück denn mit mir hat ein neuer Turnusarzt angefangen. Mit ihm konnte ich erstmal überall mit hinlaufen und er war auch geduldig, langsam norwegisch oder im Notfall englisch zu sprechen. Daher habe ich die erste Woche auch nur auf Station verbracht, noch administrative Sachen in der Uni erledigt und mich bei fast allen (auf norwegisch) vorgestellt. Der Rest folgte so nach und nach und hält an.

    Schließlich verschlug es mich doch in den OP und ich bekam sofort die Option, mich auch mit einzuwaschen um am Tisch zu stehen und mehr sehen zu können. Vor Schreck habe ich erstmal abgelehnt.

    Seitdem bin ich öfter im OP gewesen und habe steril am Tisch stehend einige Operationen gesehen. Und wenn ich denn schon mal da bin, kann ich auch assistieren. Ich bin auch schon von einem Oberarzt im OP-Trakt weggefangen worden, weil sie im OP noch jemanden brauchten oder in der Umkleide von einer (deutschen) Urologin, um einfach mal aus dem Stehgreif einen Blasenkatheter durch die Bauchdecke zu legen. Erklärt wird auch etwas. Nicht so viel, aber so manche kleinen Sachen und dafür ist die Chirgie eben auch oft selbsterklärend.

    In der Poliklinik habe ich mich in den letzten zwei Wochen meiner Kontaktärztin angeschlossen und durfte auch selber Untersuchungen machen. Mit ihr zusammen habe ich von Samstag zu Sonntag Nacht auch einen Dienst mitgemacht. Der folgte leider dem alten Fluch: Wenn ein Student anwesend ist, passiert nix! Aber egal, eine kleine OP und einige Patienten bis 1Uhr und ich war dabei.

    Die Unterschiede in der Behandlungsstrategie und -technik sind zu denen in Deutschland gar nicht so verschieden, wie ich hier in den ersten Tagen ebenfalls feststellte (Zitat eines netten Turnusarztes: „Die Anatomie ist überraschender Weise hier die selbe wie Deutschland.“).

    Es ist auch egal wo ich mich entscheide hinzugehen: Alle sind nett und ich bin überall willkommen! Nicht vergessen sich vorzustellen (passiert mir leider viel zu oft) und sofort werde ich angesprochen und gefragt. Viele Norweger können auch etwas deutsch (das kann man hier offenbar in der Schule lernen) und probieren es dann nochmal aus. Oder sie finden es interessant, warum ich norwegisch kann und es gelernt habe. Einige Ärzte könne auch viel deutsch, vor allem die Muttersprachler. Von gibt es hier erwartungsgemäß auch einige. Zwei habe ich schon persönlich kennen gelernt (wenn der Chirurg im OP „Sch…!“ flucht, ist es mit Sicherheit kein Norweger).

    Ein Oberarzt hat mich auch mal gefragt, ob ich seinen Witz verstanden habe. Er hat ihn mir denn nochmal langsam erzählt und dann auf englisch, damit ich die Pointe auch verstehe. Inzwischen verstehe ich weit mehr norwegisch als am Anfang und spreche auch viel. Langsam kommt es also auch mit der Sprache.

    Soviel zu meinem Arbeitsalltag hier in Trondheim. Ich werde die nächsten Wochen hier noch genießen und mich weiter freuen, das ich hergekommen bin.

    Und weil es vom Innenleben des St. Olavs Sykehuset keine Bilder gibt, bekommt ihr die Bilder von meinem Weg nach Hause Sonntag früh so gegen 7Uhr (als noch kein Bus fuhr und hab ich schon erwähnt,dass ich auf einem Berg wohne).

     

     

     

     

     

     

     

     

     


  6. Deutsche Geschichte in Trondheim

    September 7, 2011 by Jana

    Zunächst erstmal: Norwegische Erkältungsviren sind ähnlich fies wie deutsche. Sie haben mich zwar nicht entschärft, mich aber zumindest zu einigen Tagen Ruhe gezwungen. Aber auch das nicht durchgängig.

    Zunächst mal gab es bei uns Freitag Abend, inszeniert von Fabiana, eine Küchenparty mit Pizza, Quiche und Bier (für alle anderen). Es gab wieder viele nette Leute zum Kennen lernen, unter anderem war diesmal auch ein gebürtiger Norweger dabei.

    Der Samstag stand nicht zuletzt wegen Regen und allgemeinem Krankheitsgefühl eher im Zeichen von Ausruhen und ein bißchen die Wohnung sauber machen.

    Am Sonntag ging es dann (diesmal inszeniert von mir) in einer doch überraschend großen Gruppe zum Munkholmen, zumal es auch der letzte Tag war, an dem die Fähre dorthin noch regelmäßig verkehrte und das Museum dort noch offen ist.

    Munkholmen ist eine kleine Insel, die vor Trondheim liegt (und schon auf diversen meiner Bilder zu sehen war). Ursprünglich war es eine Hinrichtungsstätte (vor 995) bis König Olav Tryggvason nach Norwegen kam und die Stadt Trondheim gründete. In der Zeit von 1100 bis etwa 1600 diente die Insel Benediktinermönchen als Kloster bis die Reformation nach Norwegen kam. Als Trondheim von den Schweden besetzt wurden (um 1660) installierten sie dort eine provisorische Kanonenbatterie. Nach der Rückeroberung des Trøndelag wurde mit einer permanenten Befestigung begonnen. Ab 1680 wurde der Munkholmen als Staatsgefängnis benutzt bis ungefähr 1850. Während der Neapolitanischen Kriege erfüllte der Munkholmen die Funktion einer Seefestung. Zur Zeit es Zweiten Weltkrieges wurde die Insel nach der Invasion und Besetzung von Trondheim durch die Deutschen als Verteidigungsanlage verwendet. Die Insel wurde zum Teil umgebaut und mit Flak-Stellungen ausgerüstet, die auch heute noch dort zu sehen sind.

    Der Ausflug dorthin hat sich in jedem Fall gelohnt. Unabhängig von der interessanten Geschichte ist die Umgebung dort wirklich schön und der Ausblick auf Trondheim und die Umgebung ebenfalls.

    Sonntag Abend haben wir denn noch Fabianas Unbirthday gefeiert. Mit vielen Leuten und viel selbst gemachter Pizza war es ein langer und lustiger Abend. Die verschiedenen Hut-Ideen dürft ihr gerne auf den Fotos bewundern.

    In Trondheim gibt es aber noch mehr Besichtigungsstätten aus dem zweiten Weltkrieg. Eine davon, den Deutschen Soldatenfriedhof in Havstein, wollte ich mir am Montag ansehen. Laut Beschreibung im Internet sollte man sich da an der Kirche orientieren und dann findet man ihn ganz leicht. So weit, so gut. Die Kirche habe ich gefunden, den Friedhof eigentlich auch. Das habe ich aber erst herausgefunden, als ich wieder zu Hause war und nochmals im Internet recherchiert habe. Somit steht da in jedem Fall noch ein zweiter Besuch aus.


  7. Waschen, Trocknen, Warten…

    August 31, 2011 by Jana

    das beschreibt zumindest einen kleinen Teil der Sachen, die ich in den letzten Tagen gemacht habe.

    Zunächst mal ging es wieder zu Fuß los durch die Stadt. Mal das Quartier suchen, was ich Ende September mit meiner Mama beziehen werde. Hab es auch gefunden, der Vermieter wollte leider nicht mit mir reden. Aber auch nicht weiter schlimm. Dann wollte ich auch dem selben Weg auch mal versuchen auf der anderen Seite des Stadtkerns ans Wasser zu kommen. Ich habe es an diesem Tag aber nur bis ins alternative Viertel von Trondheim geschafft. Das Wasser war denn doch zu weit.

    Ende der Woche wurde denn auch bei mir die Wäsche knapp und ich machte mich erstmals auf den Weg zur Wäscherei. Nicht ohne vorher ein Stück italienischen selbstgebackenen Geburtstagskuchen zu essen. Irgendwann musste ich denn aber wirklich mal los. Die Wäscherei liegt ungefähr fünf Minuten zu Fuß von meiner WG entfernt. Waschmittel und Weichspüler gibt es inklusive und Waschmaschinen und Trockner können auch deutsch. Wirklich sehr komfortabel. Und mit einem guten Buch und einem Computer schafft man es auch, die Wartezeit zu überbrücken.

    Das Wochenende war dieses mal nicht ereignisreich. Es regnete fast die ganze Zeit und zwang mich bis Sonntag Nachmittag drinnen zu bleiben. Das ganze wurde dadurch verschlimmert, dass mir ungefähr Samstag Mittag meine Bücher ausgingen. Daher verbrachte ich die Zeit mit Internet surfen, Schlafen und habe auch mal mein Zimmer sauber gemacht. Sonntag trieb es mich denn in einer regenfreien Zeit doch noch einmal raus an die frische Luft. Im Bakklandet waren die „Bakklandsdagene“. Ein wirklich sehr kleines Straßenfestival (was durch den Regen wohl noch kleiner war) mit einigen schönen Ständen und Läden. Aber das Hingehen und Anschauen haben sich in jedem Fall gelohnt.

    Der Montag begann wieder mit Arbeiten und dem festen Vorsatz, sich eine neues Buch zu kaufen. Vorsatz ausgeführt, Harry Potter 1 auf norwegisch (der Mensch braucht Herausforderungen) gekauft und Abends bei Waffel und heißer Schokolade im Activity House (sozusagen das Klubhaus der Studentensiedlung mit Kicker, Dart, Tischtennisplatte, Büchern und vielen Spielen) angefangen zu lesen. Ob es eine Herausforderung wird bleibt abzuwarten. Zwischen Buch kaufen und lesen, war ich noch einige Lebensmittel für mich einkaufen und nach dem Lesen noch eine Runde in der Gegend spazieren.

    Dienstag habe ich denn auf der Suche nach einer möglichen Verkaufsquelle für Universitätsklamotten dem Naturwissenschaftlichen Museum einen Besuch abgestattet. Leider vergebens, sie hatten schon zu. Deswegen am nächsten Tag gleich nochmal. T-Shirts gibt es da, aber so richtig das was ich suche, ist es noch nicht.

    Weiterhin bin ich bin zum Botanischen Garten und dem Ringve-Museum gefahren (was auch schon zu hatte) und habe mich dort schon mal umgesehen. Der Botanische Garten lädt zum Spazieren gehen ein und wenn ich das Ringve-Museum nochmal besuche, wird das sicher in Angriff genommen. Auf dem Rückweg habe ich es denn auch endlich nochmal an das Wasser geschafft. Diesmal sogar mit so einer Art Strand und einer wirklich beeindruckenden Landschaft drumherum (schaut es euch einfach an, beschreiben ist schwierig).

    Und nun hoffe ich, dass See- und Bergluft in Kombination ihr übriges tun und ich meine Erkältung nicht in voller Ausprägung ausleben muss.                                                                          

     


  8. Visste dere at Norge har fjeller?

    August 24, 2011 by Jana

    Und Trondheim im übrigen auch. Aber dazu später mehr.

    Ich war in den letzten Tagen viel unterwegs. Zunächst habe ich den überfälligen und diesmal absolut geplanten Stadtrundgang nachgeholt. Ich wollte mir schon mal ein paar der Sehenswürdigkeiten anschauen. Es wurden dann doch ein paar mehr, denn an dem Rest bin ich denn eher zufällig vorbei gekommen. Trondheim ist denn doch nicht so groß, wie es mein Stadtplan vielleicht vorgaukelt. Aber dennoch sehr schön und völlig unhektisch. Es macht viel Spaß, hier einfach durch die Gegend zu laufen und zu schauen.

    Am nächsten Tag bin ich bei strahlendem Sonnenschein ans Wasser gelaufen. Und um diesmal nicht nur an den Hafen zu kommen, sondern an den Fjord bedurfte es eines etwas weiterem Fußmarsches, der sich natürlich absolut gelohnt hat. Nicht nur bei Sonne am Wasser zu sitzen und Landschaft und Atmosphäre zu genießen sondern auch die vielen schönen und lustigen Dinge, die mir auf dem Weg dahin begegneten. Mein Favorit ist eine kleine Siedlung aus den typischen nordischen Häuser in vielen verschiedenen Farben. Man denkt, man steht vor einer Puppenhaussiedlung.

    Das Wochenende begann leider mit einem völlig verregnetem Samstag, der eher nicht zum herumlaufen ausgelegt war. Am Sonntag habe ich mir dann erst meine nähere Umgebung angesehen und mich kurz auf einem schönen Friedhof (auch wenn es unpassend klingt, es war so) zum Lesen hingesetzt. Später ging es denn mit einer bunt gemischten Truppe (3 Italiener, 3 Franzosen, 3 Deutsche) zum Tyholt Tower um in dem 74m hoch gelegenen und komplett verglasten Restaurant soviel Pizza und Salat zu essen, wie man will. Die obere Etage dreht sich zudem in regelmäßigen Abständen langsam. Das die Aussicht über ganz Trondheim wirklich beeindruckend war, brauche ich wahrscheinlich nicht mehr zu erwähnen.

    Die neue Woche begann, wie nicht anders zu erwarten, mit frühem Aufstehen und Arbeiten. Am Abend besuchten wir dann erstmals das Activity House von Moholt und hatten in lustiger Runde wirklich viel Spaß (dazu im nächsten Bericht mehr).

    Und dann wurde mir noch geraten, mir mal das Bakklandet von Tronheim anzusehen. Es liegt auf der vom Stadtkern wegführenden Seite der alten Stadtbrücke (Gamle Bybru). Dort befindet sich auch die Festung Kristiansten zu der ich schließlich auch gegangen bin. Dabei stellte ich denn fest: „Trondheim hat Berge.“ Überraschung, die Festung liegt auf einem Berg, man muss sie aber eben trotzdem erstmal hoch laufen. Die Aussicht war natürlich super und entschädigte gleich wieder für die Strapazen. Und da ein Berg nicht reicht bin ich bei dem Spaziergang durch das Bakklandet gleich noch einen hoch geklettert. Diesmal steiler und mit dem berühmten Fahrradlift ausgestattet (der leider nicht funktioniert) Einige Norweger fahren da aber auch so mit Fahrrädern hoch und ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wie die das machen. Am Ende bin ich doch einigermaßen fertig zu Hause angekommen. Aber der erwartete Muskelkater ist am nächsten Tag wenigsten nicht gekommen.


  9. Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt…

    August 17, 2011 by Jana

    So ähnlich gestaltete sich meine Ankunft in Norwegen. Wir haben die Landebahn zwar erreicht, aber eben erst beim zweiten Versuch. Für Gerneflieger wie mich ein absoluter Traum…

    Aber mit festem Boden unter den Füßen war schnell wieder alles gut. Die ersten Studenten traf ich schon am Flughafen, somit musste ich mich nicht alleine auf die Suche nach der Schlüsselrezeption machen. Aber auch das war eher nur ein Finden ohne Suchen. Also Schlüssel geholt und ins Zimmer eingezogen. Ich wurde auch gleich von meinem Mitbewohner (Martin aus Paraguay) freundlich empfangen. Kurz ausgeruht und gleich mal auf die Suche nach was Essbarem machen. Moholt (die „Studentenstadt“) hat einen kleinen Supermarkt der auch sonntags offen hat. Mit freundlicher Begleitung in Form von Martin ging es zum Einkaufen. Wieder in der WG habe ich denn erstmal was gegessen (davon gibt es kein Foto 😛 ich gehe davon aus jeder weiß, wie Wasa-Knäcke mit Käse aussieht). Da mein Internet leider nicht funktionierte, habe ich den ersten Nachmittag in Trondheim tatsächlich mit Schlafen verbracht. Abends lernte ich denn Fabiana (Italienerin) kennen, meine zweite Mitbewohnerin. Im Gepäck weitere nette Italiener, von denen einer kochte und der Rest aß. So endete der erste Abend in gemütlicher Runde.

    Am nächsten Morgen ging es dann einigermaßen früh raus, da ich nicht wusste wie lange ich brauchte um das Krankenhaus zu suchen. Ach das war eher nur Finden. Die Suche nach der Sekretärin der Chirurgie war da schon schwieriger, aber letztlich nicht unmöglich. Irgendwann war ich dann bekleidet auf der Station und konnte etwas am Arbeitstag teilhaben. Ein neuer Arzt hatte ebenfalls den ersten Tag und somit verbrachten wir die Zeit größtenteils zusammen und vorerst in Englisch, denn Norwegisch verstehen in Trondheim: Unmöglich! Zumindest jetzt noch. Am Nachmittag versuchte ich dann vergeblich ein Studententicket zu bekommen und kaufte nochmal ein paar Lebensmittel ein.

    Dienstag begann, Überraschung, mit frühem Aufstehen. Waschen, Anziehen, Frühstücken zur Arbeit fahren. Da musste ich mich denn für ein paar Stunden entschuldigen um mein Studentenausweis zu besorgen (auf einem Berg, im Campus Gløshaugen), danach die Studenten-ID und dann erstmal zurück zur Arbeit. Später machte ich denn einen eher unfreiwilligen Stadtrundgang im Regen auf der Suche nach der „Sentral Stasjon“ um ein Busticket zu kaufen. Ein freundliche Norwegerin half mit mit den Worten: „Die nächste Straße links und denn da wo die vielen Busse stehen.“ Die Station hab ich nach weiterem Fragen schließlich gefunden, mein Ticket hab ich auch bekommen nur die Busse hab ich nicht gefunden. Abends gab es denn noch eine kleine Studentenparty in unserer Wohnung mit vielen Italienern, einigen Deutschen und Franzosen und einem Südamerikaner. Und leider kam ich auch viel zu spät ins Bett, so dass der Mittwoch ziemlich verschlafen und leider auch wieder verregnet vorüber ging.

    Mich persönlich überrascht die offenbar nie endende Freundlichkeit der Norweger. Im Krankenhaus sind alle nett, freundlich gut gelaunt und aufgrund der guten Personallage auch nicht gestresst. Und auch auf der Straße trifft man nur nette Leute, die einem gerne weiterhelfen. Das sind gute Voraussetzungen für einen weiterhin sehr schönen Aufenthalt hier, mit hoffentlich bald etwas besserem Wetter und ein paar mehr Unternehmungen und für euch dann auch mehr Bilder.


  10. Bald geht’s los!!!

    August 12, 2011 by Jana

    Nur noch 34 Stunden. Dann geht es endlich nach Trondheim!